Erste Punkte auf dem Red Bull Ring
11. Juni 2018 Zurück zur Artikelübersicht »

Die Vorfreude auf die Rennen auf dem Red Bull Ring hat sich für Javin Lewis Seyhan gelohnt. Der Neueinsteiger aus München sammelte auf der Formel 1-Strecke in Rennen 1 seine ersten Punkte für die Meisterschaft und war nach dem extrem turbulenten Rennen 2 froh, seinen Renault Clio heil ins Ziel gebracht zu haben. 

Für Javin Lewis Seyhan waren die Rennen auf dem Red Bull Ring sowohl eine Herausforderung als auch ein Erfolg. Mit seinen 16 Jahren gehört der Münchener zu den jüngsten Fahrern im Starterfeld des Renault Clio Cup Central Europe.

Die Strecke war komplett neu für den ehemaligen Kart-Piloten und so nutzte er jeden Kilometer, um zu testen und die Strecke kennenzulernen. „Auch mein Team HTF Motorsport ist schon am Donnerstag angereist und wir haben die Möglichkeit genutzt, hier schon ein paar Runden zu fahren. Die Strecke ist genial und für mich als Neuling im Automobilsport ein echter Kraftakt, vor allem aufgrund der sich ständig ändernden Witterungsbedingungen“, resümierte Seyhan den ersten Tag.

Nach weiteren Testsessions am Freitag war für Samstagfrüh das Qualifiying angesetzt, in dem die Startpositionen für die beiden Rennen am Samstag und am Sonntag herausgefahren werden. Seyhan zeigte im Verlauf der Qualifikation, dass er mit der Strecke durchaus gut zurecht kam – allerdings konnte er im direkten Vergleich mit den erfahreneren Piloten zum Ende nicht mehr so stark nachlegen und rutschte im Zeitentableau in das hintere Drittel.

Zufrieden war der Rookie dennoch: „2018 ist mein Lehrjahr. Ich habe noch so viele Dinge, die ich optimieren kann und stehe gerade am Anfang. Um auf einer Strecke wie dieser ganz vorne zu fahren, musst du dein Rennauto in- und auswendig kennen und auch alle Grenzen schon ausgelotet haben. In diesem Prozess stecke ich noch und habe hier jede Menge Erfahrung aus dem Qualifying mitgenommen“, fasste Seyhan zusammen. 

Am späten Nachmittag wurde es ernst für Seyhan. Das erste Rennen begann er von Platz 29 aus in einem mit über 30 Clios sehr voll besetzten Starterfeld. „In der ersten Kurve wird es immer eng. Da will ich mich aus allen Reibereien raus halten und dann kann ich mein Rennen fahren und versuchen, mich nach vorne zu schieben“, so der HTF-Pilot im Grid. Und dass es eng wird bei so vielen identischen Fahrzeugen auf der Fahrbahn, hatte Seyhan schon in den Trainings gemerkt als ein Konkurrent mit dessen Clio die rechte Seite von Seyhans Fahrzeug demolierte – an einer Stelle, an der an Überholen eigentlich nicht zu denken ist.

Als wäre das Rennen entsprechend seines Drehbuches geschrieben worden, blieb Seyhan zurückhaltend in der ersten Kurve und fuhr dann sein Rennen durch. Nach 30 Minuten fuhr er als 18. über die Ziellinie und bekam über Nacht noch eine Position „geschenkt“: Eine Strafe eines Konkurrenten bescherte Seyhan eine noch bessere Platzierung.

Das zweite Rennen ist für Seyhan als Chaos-Rennen abzuhaken. Zunächst lieferte er einen wahren Raketenstart ab und fuhr gleich nach dem Erlöschen der Start-Ampel drei Startreihen nach vorne. Beim Einreihen wurde es dann allerdings wie erwartet eng. „Ich wurde herumgedreht und musste erst einmal das komplette Feld an mir vorbei ziehen lassen. Als ich wieder anfuhr, bemerkte ich starke Rauchentwicklung hinter mir und funkte mein Team an, dass ich in die Box kommen würde“, so Seyhan, der Glück im Unglück hatte: Zwei weitere Fahrzeuge verunfallten in der gleichen Runde und das Rennen wurde unterbrochen. „So hatte ich die Chance durch den Neustart wieder Anschluss zu finden, durch das verkürzte Rennen überholte ich dennoch vier Konkurrenten“, fasste Seyhan zusammen.

So blieb er im zweiten Rennen zwar ohne Punkte, aber nahm viele neue Rennsituationen mit in seinen Erfahrungspool auf. „Ich freue mich jetzt schon auf die Rennen am Nürburgring. Eine Strecke, die mindestens genauso spannend ist wie der Red Bull Ring“, so Seyhan abschließend.

Vom 04.-06. August finden die Rennen 5 und 6 des Renault Clio Cup Central Europe in der Eifel statt – erneut im Rahmen des ADAC GT Masters.