Interview mit Javin Seyhan
28. Juli 2018 Zurück zur Artikelübersicht »

Aus dem Kart in den GT-Sport: Javin Lewis Seyhan auf dem Weg nach oben

Mit dem 16-Jährigen Javin Lewis Seyhan steht ein aufstrebendes Tourenwagentalent in den Startlöchern. Derzeit ist der Münchner im Renault Clio Cup Central Europe unterwegs und sammelt in seinem ersten Jahr im Automobilsport viele wichtige Erfahrungen auf einigen der bekanntesten Rennstrecken in Deutschland und Europa.

Heute stand er Rede und Antwort in einem kurzen Interview. 

Javin, jetzt bist du 16 und bestreitest schon deine erste Saison im Tourenwagensport. Was war dein allererstes Rennen?
Das erste Rennen habe ich in Garching 2012 auf der dortigen Kartbahn bestritten. Zuvor bin ich nur Kartslalom gefahren.

Wie bist du überhaupt zum Motorsport gekommen. Liegt das bei euch in der Familie?
Meine Familie spielt generell im Motorsport eine wichtige Rolle und durch sie bin ich erstmals in Kontakt mit dem Motorsport gekommen. Mein Vater hat von jeher viel gearbeitet und wollte gerne am Wochenende zusammen mit uns etwas unternehmen. Zunächst sind wir dann in den Motocrosssport eingestiegen, aber das haben meine Eltern schnell als zu gefährlich eingestuft. Auf der Suche nach einem neuen Betätigungsfeld sind wir zum Kartslalomsport gekommen. Das hat mir zwar Spaß gemacht, aber irgendwann habe ich gemerkt, dass es nicht das ist, was ich wirklich machen will. Daraufhin habe ich ein Rennkart getestet und wusste sofort: Das ist es! Es hat zwar auch etwas Überzeugungsarbeit gebraucht, aber am Ende haben auch meine Eltern zugestimmt, denn es hat mir einfach viel mehr Spaß gemacht.

Was war dein bestes Erlebnis im Motorsport?
Da habe ich drei und jedes war zu der Zeit das absolut beste, was ich mir habe vorstellen können: Nummer eins: Als ich mein erstes Kart bekommen habe. Nummer zwei: Als ich das letzte Mal beim Bundesendlauf am Start war. Nummer drei: Als ich meinen ersten Tourenwagentest gefahren bin. Der Bundesendlauf war insofern besonders als dass nichts rund lief und ich mich in den Rennen mit einem neuen Kart immer wieder nach vorne gekämpft habe. Das ist auch für mich heute noch meine Motivation. Ich gebe nicht auf, ich kämpfe immer weiter! 

Wie sieht dein 3-Jahresplan aus?
In diesem Jahr will ich noch in die Top 10 des Clio Cup vorstoßen. Das sollte bis zum Ende des Jahres passen. 2019 würde ich gerne in die TCR einsteigen aber auch ein weiteres Jahr im Clio Cup ist denkbar. Von dort aus möchte ich den GT-Sport anvisieren, in dem ich mich gerne als Profi-Rennfahrer etablieren würde. Mein absolutes Fernziel ist die LMP1. Irgendwann in Le Mans am Start zu sein, ist mein großer Traum.

Wie motivierst du dich immer wieder?
Das ist ganz einfach: Wenn man das liebt, was man tut, ist man mit Leidenschaft dabei. Dass Fehler passieren gehört dazu. Es bringt mich nur weiter und von Aufgeben habe ich noch nie etwas gehalten. Es scheint also tatsächlich meine eigene Leidenschaft zu sein, die mich immer wieder motiviert. Motoren, Autos, Motorsport. Das ist mein Ding, ich liebe es einfach. 

Wer ist dein Vorbild?
Auch das ist relativ einfach zu beantworten: Daniel Ricciardo. Er ist schnell, zuverlässig und dazu noch sympathisch und scheint ein echt lustiger Typ zu sein. Das mag ich. 

Welche ist deine Lieblingskurve?
Die Eau Rouge in Spa. Ich bin dort noch nie gefahren, aber sie fasziniert mich trotzdem schon, ob auf dem Simulator oder im TV.

Welche News können wir in Kürze von dir erwarten?
Es gibt viel Neues. Ich habe bald Autogrammkarten. Inzwischen bekomme ich viel Fanpost. Das allerdings erst, seitdem ich im Tourenwagen unterwegs bin. Als ich noch Kart fuhr, habe ich so etwas nie bekommen. Was die Rennen angeht, steht vom 3.-5. August schon die nächste Veranstaltung an. Wir fahren auf dem legendären Nürburgring. 

Was ist deine Lieblingsbeschäftigung abseits vom Rennzirkus?
Am liebsten bin ich in Bewegung. Ich fahre zum Beispiel sehr gerne Fahrrad: Mountainbiking, Trial oder Enduro – und andere Sachen, Hauptsache es hat Räder.