Regenschlacht in Most gemeistert
03. September 2018 Zurück zur Artikelübersicht »

Im Autodrom im tschechischen Most hatte Javin Lewis Seyhan am vergangenen Wochenende seinen großen Auftritt: Bei schwierigen Bedingungen ließ der Nachwuchspilot in beiden Rennen des Renault Clio Cup Central Europe auch deutlich erfahrenere Konkurrenten hinter sich und unterstrich sein Talent.

Das fünfte Rennwochenende im Renault Clio Cup Central Europe bot erneut jede Menge Rennspektakel. Starker Regen und schwer einschätzbare Mischbedingungen trugen ihren Teil zu turbulenten Rennverläufen bei, aber Neueinsteiger Javin Lewis Seyhan ließ sich davon nicht beeindrucken. Er hatte hohe Erwartungen an sich selbst und wollte diese im Rahmen der Truck Europameisterschaft in den Rennen in Most umsetzen. „Ich möchte meinen Aufwärtstrend hier fortsetzen. Ich habe viel gelernt und auch am Auto gearbeitet. Das will ich an diesem Wochenende in Zeiten umsetzen“, so der 16-Jährige vor den freien Trainings. 

Im Qualifying, in dem die Startpositionen für die Rennen ausgefahren werden, zeigte sich, dass das nicht einfach werden würde. „Die Bedingungen waren alles andere als ideal und viele Clios landeten schon in den ersten Sessions im Aus. Von daher war ich eher zurückhaltend unterwegs, um nicht zu viel zu riskieren“, so Seyhan. Im mit rund 30 Clios voll besetzten Starterfeld reichte es für den Münchener für Platz 21. „Das war nicht das, was ich mir erhofft hatte, aber für diese Bedingungen ist das ok“, so der Münchener und ergänzt. „Jetzt weiß ich, wie ich mit diesen Bedingungen umzugehen habe und bin guter Dinge für das erste Rennen am Nachmittag.“

Aber auch für das erste Rennen wurden die Bedingungen nicht besser. Bei starkem Regen entschied sich die Rennleitung für einen rollenden Start, um das Risiko eines Unfalls in der ersten Schikane zu minimieren. „Wenn 30 identische Autos gleichzeitig an der Startampel los fahren, wird es oftmals eng in der ersten Kurve. Wenn dann die Sicht fehlt, kann ganz schnell ganz viel passieren. Ich konnte die Entscheidung daher komplett nachvollziehen“, so Seyhan. 

Während des 30-minütigen Rennens musste der Neueinsteiger im Clio Cup dann beweisen, was er in diesem Jahr schon gelernt hatte. Bei Regen und mit viel Gischt war an freie Sicht nicht zu denken. „Ich musste dem Auto vertrauen, was ich zu 100 Prozent konnte und auch meinen Gegnern, was deutlich schwieriger war“, so Seyhan. Außer den Rücklichtern sah der junge Münchner nichts und musste darauf vertrauen, dass die direkt vor und hinter ihm platzierten Konkurrenten keine unüberlegten Manöver fuhren und so einen Unfall riskieren würden. „Da war absolute Konzentration gefragt, aber es hat sich gelohnt: Ich konnte mich bis auf Platz 14 nach vorne kämpfen und habe damit mein Top 15-Ziel erreicht“, freute sich Seyhan im Ziel.

Im zweiten Rennen ließ dann die Konzentration eines Gegners zu wünschen übrig. „Schon in der dritten Runde fuhr mir einer meiner Konkurrenten ins Auto. Das hatte zwar keinen Platzverlust zur Folge, aber die Hinterachse war verbogen, sodass an einen Angriff nach vorne nicht mehr zu denken war“, fasste Seyhan zusammen, der sich nun darauf beschränken musste, Schadensbegrenzung zu betreiben und seine Platzierung über die Renndistanz zu verteidigen.

Nachdem die Strecke dann auch noch abtrocknete und die Regenreifen nicht mehr die optimale Bereifung waren, war das Rennen für den ehemaligen Kartfahrer gelaufen. „Mit Platz 19 bin ich natürlich nicht ganz zufrieden, aber mehr war dieses Mal einfach nicht drin“, so sein Fazit des Rennens. Dennoch zeigt die Lernkurve des Youngster weiter nach oben. „Ich habe viele wertvolle Erfahrungen hier in Most unter diesen Bedingungen gesammelt. Das ist mir besonders wichtig, denn dieses Jahr ist für mich ein Lehrjahr im Clio und ich habe wieder sehr viel dazu gelernt.“

Die neuen Eindrücke und Erfahrungen kann Javin Lewis Seyhan schon in zwei Wochen wieder nutzen. Im Rahmen der NASCAR Whelen Euro Series findet das sechste Rennwochenende auf dem Hockenheimring statt.